Kriterien für die Beurteilung von Exoskeletten

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Folgende Punkte dienen zur Vorbereitung von Kriterien zur Beurteilung von Exoskeletten (und alternativen Lösungen) in der Pflege. Die Liste darf gerne ergänzt werden.

Erwünschte Effekte[Bearbeiten]

  • Schützt die Lösung vor (neuen/bestehenden) Muskel-Skelett-Erkrankungen? Kann Sie zur Reha eingesetzt werden?
    • In welchem TOP-Bereich ist das Hilfsmittel wirksam: Technische | Organisatorische | Personenbezogene Maßnahmen
    • Nach welchem Prinzip wirkt die Lösung?
      • Wird eine physiologische/ergonomsiche Bewegung gefördert? - Ist diese in der konkreten Situation möglich?
    • Wirkt die Lösung präventiv oder kompensatorisch?
    • Ist der Effekt nachweisbar
      • subjektiv und/oder objektiv?
      • wie wird gemessen?
      • an welcher Stelle findet die Entlastung statt?
  • Usability
    • Welcher Aufwand ist zur Vorbereitung der Lösung notwendig?
      • Welche Anpassungen und Einstellungen sind erforderlich/möglich? (z.B. Kraft- und Reichweiteneinstellung, Anpassung an die Person/Situation)
    • Welcher Aufwand ist zur Anwendung der Lösung notwendig?
    • Welcher Aufwand ist zur Nachbereitung der Lösung notwendig?
  • Anwendungsgefühl
    • Gibt die Lösung den erwünschten Halt/Stabilität?
    • Ermöglicht die Lösung die erwünschte Dynamik/flexibilität?
    • Sitzt das Exoskelett gut/stabil oder kann es verrutschen?
  • Kann die Lösung im Alltag vollständig allein angewandt werden?
  • Entstehen Vorteile durch das Exoskelett
    • Durch zusätzliche Haltemöglichkeiten?
  • Wie wird die Lösung angewandt:
    • Flächig für alle Pflegenden (Pflegende/ zu Pflegende)
    • Nach bedarf (Pflegende / zu Pflegende)

Limitationen[Bearbeiten]

Weiterentwicklungswünsche[Bearbeiten]

  • Haltegriffe
    • Entlastung des Nackens und der Schultern durch Haltegriffe an Schulter, Brust und Hüfte
    • Gut sichtbare Haltegriffe, um Menschen mit Einschränkungen visuell mit anzuleiten
    • Die Haltegriffe sind vetrauenserweckend (optisch und haptisch stabilitätsversprechend)

Kontextbezogene Limitationen[Bearbeiten]

  • Wann kann die Lösung nicht eingesetzt werden?
    • Umgebungsbedingte Faktoren (Raumgröße, Beim Spaziergang)
    • Situative Faktoren (in der Öffentlichkeit, im Notfall, in der Regelversorgung)
    • Produktsicherheit
      • Störungspotential durch Magnete oder Magnetfelder (Herzschrittmacher, Implantate) am Träger oder pflegerischen Gegenüber.
  • Kontextveränderung
    • Was passiert, in einem plötzlich auftretenden Notfall? Sind alle Beteiligten Handlungsfähig?
  • Lässt sich die Lösung in die Prozesse/vorhandene Strukturen integrieren?
    • Verfügbarkeit
    • Wann wird das Exoskelett Aktiviert/Deaktiviert (z.B. Nach dem Händedesinfizieren, Während der Aufklärung der zu Pflegenden Person)
  • Implementierung
    • benötigt die Lösung einen Implementierzungsprozess (Muskelkater.) - Auch nach dem Urlaub? Funktioniert das auch bei Teilzeitarbeit?
  • Transportfähigkeit (z.B. Ambulanter Dienst)
  • Lässt sich das Exoskelett unter der Kleidung tragen
    • mit weit geschnittener Kleidung
    • mit bei körperbetontem Schnitt
    • bei eng anliegender Kleidung

Personenbezogene Faktoren[Bearbeiten]

  • Der Pflegekraft (Körpergröße, Body-Mass-Index, Statur, weibliche/männliche Anatomie)
  • Der zu Pflegenden Person (unkontrollierte Bewegungen (Abwehrreaktionen, Spastiken, Panik), Mitarbeit..)
  • Dritte


Moralisches Unbehagen, Ethische Dilemmata[Bearbeiten]

  • Prävention versus Leistungsoptimierung
  • Möglicher Nutzen versus Möglicher (langzeit) Schaden

Unerwünschte Effekte[Bearbeiten]

  • Problemverschiebung
    • Besteht das Risiko einer Überlastung (z.B. in nicht unterstützten Körperregionen?)
    • Besteht das Risiko einer Problemverzögerung (z.B. durch Entlastung von Schmerzrezeptoren)
    • Besteht das Risiko einer Unterbelastung durch fehlendes Training?
  • Rüstzeiten
    • Einstellen/Anpassen des Exoskeletts
    • Anlegen
    • Ablegen
    • Aufbewahren/Lagern
  • Besteht das Risiko eines plötzlichen Funktionsverlusts bei der Anwendung?
    • Durch Abrutschen von Gurten oder Haltestrukturen (Gesäß, Oberschenkel)
    • Durch unerwünschte Deaktivierung
  • Gibt es (unangenehmen) Körperkontakt? / Was macht das Tragegefühl angenehm?
    • Kann das Exoskelett für notwendige Dauer angenehm getragen werden? (Wie lange ist diese Zeit?)
    • Unterscheidet sich das Tragegefühl für verschiedene Gruppen (z.B. Männer/Fragen, nach BMI)
    • Druckstellen
    • Hämatome
    • Schwitzen
    • Rötungen
    • Scheuern
    • Ausschlag/Reizungen
  • Ist die Lösung eine zusätzliche Belastung
    • Eingeschränkte Bewegungsfreiheit
      • Nach Körperregionen (Arme, Oberkörper, Hüfte, Oberschenkel, Knie)
      • Einschränkend (Anstoßen, Endanschlag)
      • Forcierend ("Es zieht mir die Beine auseinander)
      • Versteifter Rücken
    • Durch eingeschränkte Handlungsfreiheit
      • Können bestimmte Maßnahmen (z.B. Knietransfer) nicht angewandt werden?
      • Entsteht durch die Anwendung des Exoskeletts Gefahr für (kognitiv veränderte) Personen?
    • Durch das Eigengewicht
    • Durch zusätzlichen Kraft- oder Organisationsaufwand
    • Durch eingeschränkte Flexibilität
    • Durch ein Unwohlsein ("Ich fühle mich durch Gewicht und Strukturen wie ein Roboter)
  • Zusätzlicher Kraftaufwand
    • durch das Eigengewicht des Exoskeletts
    • insbesondere beim Gehen, Beugen, Bücken
  • Sind Taschen der Pflege zugänglich:
    • Brusttasche (Kugelschreiber)
    • Kitteltaschen (Telefon, Tape, Schlüssel ...)
    • Gesäßtaschen der Hose (Telefon)
    • Seitentaschen der Hose (Telefon, Tape, Kugelschreiber, Schlüssel)
  • Besteht das Risiko von Verletzungen
    • Für die Anwendende Person
    • Für die zu Pflegende Person
    • Für Dritte?
    • Wann und wie bestehen die Risiken?
      • Durch Anstoßen/Hängenbleiben an Objekten (Türklinken, Möbel)
      • Durch Anstoßen/Hängenbleiben an Personen
      • Beim Laufen, Stehen, Drehen?
      • Durch ein Festhalten am Exoskelett
  • Psychische Gefahren
    • Haben Pflegende Angst vor dem Exoskelett?
    • Haben zu Pflegende Angst vor dem Exoskelett?
    • Besteht die Gefahr der Missinterpretation (z.B. bei eingeschränkter Sehleistung oder veränderter Kognition?)


Rebound Effekte[Bearbeiten]

  • Kann Zeit gespart werden - oder benötigt die Lösung zur Anwendung/Administration/Wartung ingesamt mehr Zeit als der status Quo?
  • Führt die Lösung zu einer Entlastung, die sich insgesamt positiv/negativ auswirkt
    • Muskelabbau
    • Haltungskorrektur

Hygiene[Bearbeiten]

Wie wird das Exoskelett gereinigt und Desinfiziert?

  • Bis zu welchen Temperaturen kann gereinigt werden?
  • Ist eine Sterilisation möglich? Falls ja: mit welchem Verfahren?
  • Kann das Hilfsmittel desinfiziert werden? (ist das notwendig)
    • Besteht das Risiko, dass die Lösung Keimen, Ausscheidungen oder Körperflüssigkeiten ausgesetzt ist?
  • Wie viel Zeit wird dafür benötigt?
  • Wie lange ist das Hilfsmittel zur Desinfektion nicht verfügbar?
  • In wie fern findet eine Geruchsentwicklung bzw. Konservierung durch Schweiß statt?

Ausfallrisiko[Bearbeiten]

  • In welchen Szenarien kann das Hilfsmittel ausfallen?

Optik[Bearbeiten]

  • Welche Eigenschaften werden als positiv, welche als negativ bewertet?
  • Wie wirkt das Hilfsmittel?
    • Ist es (teils) negativ bewertet (Stigmatisierung, Beängstigend, negativ Modern, auffallen)
    • Ist es (teils) positiv bewertet (Attraktivität, Akzeptanz, positiv Modern, auffallen)

Potentielle Vergleichsmaßstäbe[Bearbeiten]

  • Tragekomfort: Wanderrucksack